Ordentliche Generalversammlung 2016

Die ordentliche Generalversammlung des heurigen Jahres fand am Donnerstag, dem 12. April 2016, im BG19 (Döblinger Gymnasium) statt. Insgesamt waren 54 stimmberechtigte Mitglieder anwesend.

Einleitend wiederholte Präsident DI Thomas Feiger die primären Ziele des Wiener Cottage Vereins:

  • Die Interessen und Anliegen der WCV-Mitglieder, aber grundsätzlich aller Bewohner des Währinger und Döblinger Cottage, nach unserer Devise „Leben in einem der schönsten Viertel Wiens“ bestmöglich zu vertreten.
  • Die Erhaltung und Verbesserung des größtenteils wertvollen historischen Ensembles und Bestands im Cottage Areal soll Vorrang gegenüber exzessiver kommerzieller Nutzung haben.
  • Wo Neues unumgänglich ist, soll das Neue im Sinne der Erhaltung des Gesamtcharakters und unter Rücksichtnahme auf die bestehende Bausubstanz errichtet werden, ohne jedoch in architektonische bzw. gestalterische Nachempfindungen zu verfallen.

Bericht des Vorstands:

DI Feiger gab anhand einer PowerPoint-Präsentation einen umfassenden Überblick über die bisherige Tätigkeit des amtierenden WCV-Vorstandes, insbesondere zu nachfolgenden Themenbereichen:

1. Kontakte und Gespräche mit:

  • Bezirksvorstehung 18.+19. Bezirk
  • Vorsitzender Bauausschuss 19. Bezirk
  • Leiter MA37 – Baupolizei
  • Stlv. Leiter MA19 - Stadtbild und Architektur

2. Problem- / Beratungsprojekte:

Neubau Wohnhausanlage mit über 100 Wohneinheiten (!) in 19., Vegagasse 20

Im Zuge der Bauverhandlungen wurden im Namen einzelner Anrainer (WCV-Mitglieder) vom WCV unter Beiziehung eines Anwaltes Einwendungen insbesondere betreffend hohes Verkehrsaufkommen im Cottage Bereich aufgrund der geplanten Garagenein- und -ausfahrt (ca. 100 Pkw und 30 Motorräder) in der engen Lannerstraße gegenüber dem Döblinger Gymnasium erhoben. Der - auch von BV Adi Tiller unterstützte - konstruktive Vorschlag des WCV, die Einfahrt in der Lannerstrasse und die Ausfahrt in der Peter-Jordan-Straße anzuordnen, wurde vom Bauträger Gesiba ohne Begründung abgelehnt. Ein verkehrstechnisches Gutachten wurde als Grundlage der Einwendungen der Anrainer beauftragt. Zwischenzeitlich gibt es insoweit erfreuliche Nachrichten: Der trotz unserer Einwendungen erteilte Baubewilligungsbescheid wurde vom Verwaltungsgericht aufgehoben!

Zu- und Umbau, Aufstockung in 18., Hasenauerstraße 23

Der WCV hat seinerzeit im Jahre 2012 die Zustimmung für das Bauvorhaben dem Bauträger, der Wiener Immobilien GmbH, schriftlich erteilt. Diese Zustimmung wäre aus heutiger Sicht nicht zustande gekommen. Neuerliche Gespräche mit dem Bauträger hinsichtlich diverser Adaptierungen waren schlussendlich nicht zielführend. Der Baufortschritt ist eher sehr langsam, aber stetig und befindet sich derzeit noch immer in der Rohbauphase.

Das Bauvorhaben wurde bisher bereits 3x mit unveränderter Planung eingereicht und von sämtlichen Anrainern stets mit massiven Einwendungen und entsprechend fundierten Expertengutachten abgelehnt. Obwohl das Projekt in vielen Bereichen eindeutig nicht den gesetzlichen Bestimmungen der Wiener Bauordnung entspricht, wird es von der Baubehörde unter zweifelhafter Anwendung von Ausnahmebestimmungen bzw. unter höchst sonderbarer Auslegung von Bestimmungen unterstützt und weiterhin betrieben, anstatt es von Anbeginn an als nicht genehmigungsfähig zurückzuweisen.

Neubau Wohnhaus in 18., Cottagegasse 50A

Der WCV bzw. ein zwischenzeitlich vestorbenes WCV-Mitglied mit herrschendem Servitut hat bekanntlich jahrelang mit Unterstützung des WCV in der Angelegenheit gegen den Bauträger prozessiert, bis der OGH im Jahre 2013 ein - nicht nachvollziehbares - Urteil gegen das Mitglied somit gegen den WCV erlassen hat. Im November 2014 kam es für sämtliche Beteiligte völlig überraschend zu einer Schadenersatzklage mit Forderungen des Bauträgers in beträchtlicher Höhe gegen das WCV-Mitglied. Aufgrund des Umstandes, dass seitens des WCV seinerzeit eine Schad- und Klagloserklärung zugunsten des WCV-Mitglieds abgegeben wurde, wäre ein Obsiegen der Schadenersatzklage für den WCV beinahe existenzbedrohend gewesen. Der WCV hat beantragt, als Nebenintervenient zugelassen zu werden. Nach der ersten Verhandlung wurde das Verfahren jedoch geschlossen und ein klagsabweisendes Urteil gefällt. Die vom Kläger daraufhin eingebrachte Berufung wurde vom OGH schließlich verworfen und das Urteil der ersten Instanz jedenfalls zur Gänze bestätigt.

Aufzugsschachtzubau im Vorgarten in 19., Lannerstraße 25

Der Eigentümer der Dachgeschosswohnung beabsichtigt die Errichtung eines Aufzugschachtes im Vorgartenbereich. Die Zustimmung wurde von einzelnen Miteigentümern des Hauses verweigert. Daraufhin wurde wegen Rechtswidrigkeiten des Zustandekommens des Beschlusses sowie auf Zustimmung zur Errichtung des Aufzuges geklagt. Der Aufzugsschacht widerspricht jedenfalls sowohl den Intentionen des WCV als auch den Bestimmungen der Bauordnung für Wien.

Petition gegen Abriss Türkenwirt - TÜWI in 19., Peter-Jordan-Straße 76

Die Abbruchbewilligung des Bestandsgebäudes des Türkenwirts wurde von der Baubehörde aufgrund „wirtschaftlicher Abbruchreife“ trotz Lage in einer ausgewiesenen Schutzzone bewilligt! Die Initiative Denkmalschutz und der Wiener Cottage Verein haben gemeinsam eine Petition zur Erhaltung des Gründerzeitbaues im Februar 2016 gestartet und über 1000 Unterschriften gesammelt! Leider vergeblich! Das erhaltenswerte Gebäude wurde zwischenzeitlich abgebrochen und es wird ein - unserer Beurteilung nach - nicht in das Cottage Ensemble passender Neubau für die BOKU errichtet.

Cottage als Parkplatz für Ortsfremde

Ortsfremde Fahrzeuge verparken zum Ärger der Bewohner das Cottage durchwegs tage-, wochen- und teilweise sogar monatelang! Unzählige Tagespendler parken in der Nähe von Haltestellen. Dauerparkende Lkws und Kleinlaster werden ständig als Lager- und Umschlagplatz für Güter aller Art gewerblich genutzt. Gegenmaßnahmen? Parkraumbewirtschaftung? Ist die Einführung einer Kurzparkzone mit „Parkpickerl“ auch im Cottage die einzige Lösung? Diesbezügliche Gespräche mit beiden Bezirksvorstehern sind bisher ohne nennenswerten Erfolg verlaufen. Bekanntlich wird im Herbst in Währing die Parkraumbewirtschaftung einseitig eingeführt, wodurch sich die Situation im 18. Bezirksteil wesentlich verbessern wird. In Döbling wird jedoch weiterhin abgewartet!?